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Globi hat das Kochen gelernt

Der berühmte Schweizer Vogel greift mit Rolf Hiltl (46) zum Kochlöffel. Globi und der Spezialist für Vegetarisches servieren dem Migros-Magazin ein Couscous.

Morgens, um kurz nach acht Uhr, geht es im Haus noch beschaulich zu, keine Spur von der abendlichen Hektik und den vielschichtigen Klangteppichen aus Gesprächsfetzen und klappernden Tellern. Tische werden für die Mittagszeit gedeckt, hie und da läuft ein Mitarbeiter mit Gläsern durch den Raum. Da kommt Rolf Hiltl (46) im blauen, lässigen Outfit. Er zeigt uns den grossen Küchenblock, der das Herzstück des Hiltl-Kochateliers bildet. «So etwas hätte ich auch gern», sagt «Saisonküche»-Köchin Lina Projer. Hier entstand auch das Kochbuch für Kinder «Globi kocht vegi».

Rolf Hiltl mit Köchin Anna und «Saisonküche»- Köchin Lina Projer.

Da naht auch schon mit tapsenden Schritten ein wenig ungelenk der grosse Globi! Rolf Hiltl freut sich, mit dem beliebten Vogel hinterm Herd zu stehen. Immerhin hat Globi im Hiltl kochen gelernt, wie man in dem Buch lesen kann. Für das gemeinsame Essen hat Globi sich das Couscous Marrakesch gewünscht. «Aber Zucchetti und Kürbis haben doch gar keine Saison», merkt «Saisonküche»-Köchin Lina Projer an. Kurzerhand wählt sie Pfälzerkarotten und Wirz aus.

Rolf Hiltl verrät auch gleich, was für ihn unbedingt zu einem Couscous gehört: «Für mich gehört auf jeden Fall die scharfe Gewürzpaste Harissa dazu», erklärt er. Die wird im «Hiltl» natürlich selbst gemacht. Der Ruf verpflichtet. Als ältestes vegetarisches Restaurant von Europa sind die Gäste verwöhnt. Was einst das «Vegetarierheim und Abstinenz-Café» war, das man eigentlich nur durch den Hintereingang betrat, machte Rolf Hiltls Urgrossvater Ambrosius zu einem Restaurant, das man bald nur noch liebevoll «Wurzelbunker» nannte.

«Das koche ich nicht», sagte der Chefkoch in den 50er-Jahren

Rolf Hiltl selbst wusste schon in ganz jungen Jahren, wo er hin wollte: «Ich habe als Bub von fünf Jahren auf den Chefsessel gezeigt», verrät er. Die Zeit, bis er mit den Füssen auch den Fussboden vom Chefsessel aus erreichte, überbrückte er mit einer Lehre im «Dolder Grand». Wichtig ist für Hiltl, immer mit der Zeit zu gehen. Zum Beispiel die Club-Partys. Mit denen möchte er junge Leute begeistern. «Tanzen ist vegetarisch», befindet er augenzwinkernd.

Seit 2007 gibt es im «Hiltl» das Kochatelier, in dem Kochkurse veranstaltet werden. Das ist das Stichwort für uns, denn wir müssen Globi unbedingt einmal über die Schulter schauen. Gewürze schicken uns kulinarisch nach Marokko: Koriander, Paprika, Zimt, Safran und Kreuzkümmel gehen eine exotische Allianz mit Wirz und Karotten ein. Der hat sich den grössten Kochlöffel des Restaurants geschnappt und rührt eifrig in der Pfanne, in die «Saisonküche»-Köchin Lina Projer das Gemüse gegeben hat. Es duftet schon äusserst verführerisch nach Safran, Zimt, Kreuzkümmel, Koriander und Paprika. Heutzutage ist diese Vielfalt an Gewürzen selbstverständlich. Als Hiltls Grossmutter Anfang der 50er-Jahre Rezepte von einem Vegetarierkongress in Neu Delhi mitbrachte, weigerte sich der damalige Chefkoch kurzerhand, die gut gewürzten indischen Gerichte nachzukochen: «Ich koche das nicht.» Grossmutter Hiltl setzte sich aber durch und schaffte es, sich gerade mit indischen Rezepten in die Herzen der Vegetarier zu kochen.

Eines überrascht allerdings: Rolf Hiltl selbst ist «Teilzeit-Vegetarier». «Aber natürlich esse ich Fleisch zu Hause — nicht hier im Restaurant.»

Globi und Hiltl – ein vegetarisches Dreamteam für Kinder

Hiltl und Globi — ein perfektes Duo, um Kindern feines Essen schmackhaft zu machen. Globi tapst unruhig von einem Bein aufs andere. Manchmal muss man ganz schön geduldig sein, wenn die Bouillon noch köcheln muss. Doch bis dahin mag Globi nicht warten und läuft in die Restaurantküche. Vielleicht kann er dort ja irgendetwas Interessantes finden? Der quirlige Vogel ist ständig auf der Suche nach neuen Entdeckungen. Die «Saisonküche»-Köchin übernimmt kurz den Kochlöffel.

Dann ist der Couscous fertig, und «Saisonküche»-Köchin Lina Projer freut sich, dass Rolf Hiltl sich eine grosse Portion nimmt und es sich — natürlich mit etwas Harissa — schmecken lässt. Das lockt auch Globi, auf dem Kopf die Kochmütze, wieder aus der Restaurantküche. Denn noch lieber, als zu kochen, probiert der grosse Papagei die vielen verschiedenen Aromen. Das konnte er auch schon für das Buch «Globi kocht vegi» beweisen, denn in dem Kochbuch erlebt Globi nicht nur viele Abenteuer, sondern lehrt Kindern einfache vegetarische Gerichte zu kochen — nach Hiltls Rezepten natürlich.

www.hiltl.ch

www.globi.ch

 

Erschienen in MM-Ausgabe 8
20. Februar 2012

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Aufgetischt

Was haben Sie auf Vorrat?

Tomaten in allen Varianten, Pasta.

Wie oft kochen Sie pro Woche?

Drei Mal pro Woche.

Kochen ist für Sie …

… vor allem Freude. Und deshalb Hobby und Beruf.

Was würden Sie nie essen?

Verdorbene Lebensmittel.

Mit wem würden Sie gern mal essen gehen?

Mit meinem Urgrossvater Ambrosius Hiltl, dem Gründer vom «Hiltl».

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3 Kommentare

Rosemarie Imholz [Gast]

Geschrieben am
23. Februar 2012

Bravo liebes Migrosmagazin für den guten Artikel. Vielleicht könnte man mal erwähnen, dass es in der Schweiz verschiedene gute Vegi-Restaurants gibt, wie zB Tibits in ZH BE BS, Samses ZH, MohiniZH. PAV Limmathof ZH, AyutVeda BE, Siddhartha BE usw. Dort findet man viele junge Leute und das freut mich.

Patricia Wehrli [Gast]

Geschrieben am
20. Februar 2012

Mich wunderts, dass man in einem Kinderrezept Harissa verwendet. Auch wenn es einen feinen Gout gibt, so kenne ich kein Kind (in unseren Breitengraden), welches gerne Scharfes isst...

 

jimmy studer [Gast]

Geschrieben am
20. Februar 2012

die dosierung (menge) ist der schluessel!!! einfach soviel, dass ein effekt "schmeckbar" ist, aber nicht definierbar/erkennbar ist. die hohe schule des wuerzens. und begeistert man die meisten kinder.
rg j

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