Für Mensch und Umwelt
Die Migros setzt auf umweltschonenderen Baumwollanbau. Das schont auch die Gesundheit der Arbeiter. Im Herbst liegen die ersten daraus hergestellten Textilien in den Regalen.
Die Produktion von Baumwolle ist aufwendig und heikel. Die Pflanze benötigt viel Wasser, und der Einsatz von Pestiziden ist in der Regel beträchtlich. In letzter Zeit wurden bei den Anbaumethoden jedoch grosse Fortschritte erzielt: Moderne Bewässerungssysteme reduzieren den Wasserbedarf, und es gibt schonendere Pflanzenschutzmittel. Diese Verfahren will die Better Cotton Initiative (BCI), die sich für einen umweltschonenderen und sozialverträglichen Baumwollanbau einsetzt, den Bauern in den Anbauregionen, beispielsweise in Indien, vermitteln. Die Migros ist Mitbegründerin der weltweit tätigen Initiative und deren einziges Mitglied aus dem Schweizer Detailhandel. Sie unterstützt die Initiative finanziell sowie mit Know-how.
Die Umweltschutzorganisation WWF gehört ebenfalls zu deren Mitbegründern. «Der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser und Pestiziden ist nicht nur gut für die Böden und die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit der Landarbeiter und ihrer Familien», sagt Walter Wagner vom WWF Schweiz. «Ausserdem kann der Anbau durch verbesserte Produktionsmethoden für die Bauern profitabler werden.»

Die Migros geht nun noch einen Schritt weiter und hat damit begonnen, BCI-Baumwolle nicht nur in Indien anzubauen, sondern sie auch vor Ort verarbeiten zu lassen. «Die entsprechenden Textilien, etwa T-Shirts oder Pyjamas, sind ab Herbst 2012 in den Filialen erhältlich, werden aber nicht speziell gekennzeichnet», sagt Daniela Suter, bei der Migros zuständig für Nachhaltigkeit im Bekleidungssortiment. Denn Ziel sei es, den konventionellen Anbau kontinuierlich zu verbessern und nicht ein neues Label zu schaffen.
«Das Engagement des grössten Schweizer Detailhändlers ist ein wichtiger Schritt», lobt WWF-Mann Walter Wagner. «Denn die BCI hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2015 rund fünf Prozent der weltweit angebauten Baumwolle umweltschonend produziert wird.»
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